Die Evang. Kantorei hatte sich wieder einmal ein großes oratorisches Werk vorgenommen: die Sinfonie-Kantate op. 52, den "Lobgesang" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Zusammen mit dem Meininger Residenzorchester u. einem Solisten Trio gelang ein hinreißendes Konzert. Das Publikum war begeistert u. dankte am Ende mit Standing Ovation, soviel sei schon ´mal verraten.
Gleich zu Beginn wurde man vom Meininger Residenzorchester mit den drei Instrumentalsätzen in den Bann der Musik gezogen: Die Musizierenden zauberten romantischen Orchesterklang in allen Nuancen u. zeigten den von Mendelssohn geforderten Farbenreichtum. Sowohl einfühlsam im Piano als auch mächtig im Forte -Sound brillierte das Orchester, auch Solopassagen in den Instrumentengruppen ließen aufhorchen. Die darauffolgenden neun Vokalsätze fügten sich in dieses ganz dem Lob Gottes gewidmete Werk ein und entfalteten eine großartige Wirkung. "Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!" sang die Kantorei und bestach mit rundem, kraftvollem Chorklang. Erfrischend in der Ausstrahlung und mit hellem, warmem Sopran gab Annika Rioux ihr Debut in der Christuskirche mit dem innigen Gotteslob "Lobe den Herrn, meine Seele!". Das Sopran Duett mit Lisa Rothländer "Ich harrete des Herrn" berührte besonders, weil die beiden Solistinnen in weichen Farben malten, die Kantorei mit zarterem Chorklang dabei war u. die Tenöre u. Bässe durch fantastisch verschmelzenden Klang in der Solopassage zum Ohrenschmaus wurden. Dem Solo-Tenor Falk Hoffmann gelang Großes: Lebhaft, beseelt, natürlich und ungeheuer intensiv ging er in seiner Rolle als Mensch auf, der sich mit Gottes Hilfe aus dem tiefsten Dunkel des Lebens wieder ans Licht kämpft. Mit gewaltigem Chor und voller Orchesterwucht riss bei "Die Nacht ist vergangen" förmlich der Himmel auf und die fast blendende Musik ließ keinen Zweifel daran, dass Gottes Licht die Dunkelheit besiegt. "Nun danket alle Gott" intonierte die Kantorei anschließend siebenstimmig a capella. Dass Kantorei, Orchester u. Solisten zu einem einheitlichen Klangkörper verschmolzen, lag am motivierenden u. souveränen Dirigat von KMD Karin Riegler. Ihr gelang eine überzeugende Interpretation des Lobgesangs. Bravo.